NEUE WIRKLICHKEITEN

Der Hype um das neue Ding im Netz, Web 2.0, erweist sich bei näherem Hinsehen als Etikettenschwindel. Es gibt nichts grundlegend Neues im Netz. Vielmehr sind die ehedem neuen Medien fast unbemerkt erwachsen geworden und erfüllen zumindest teilweise einige der vor Jahren in sie gesetzten Hoffnungen. Dies gelingt trotz ständiger Querschüsse durch staatliche Zensur und wirtschaftliche Vereinnahmung. planet gibt Antworten zu folgenden Fragen: Wie haben Wikipedia, Weblogs und Suchmaschinen das soziale Leben und die Konstruktion von Wirklichkeit verändert? Gibt es mehr Demokratie im Netz und womöglich sogar mehr Gerechtigkeit? Müssen wir uns vor unseren Handys fürchten? Gibt es ein Leben nach Second Life?

Nach der Internet-Revolution und dem Handyboom ruft die Branche mit der Zukunft, die angeblich im WEB 2.0 liegt, einen neuen Hype aus. Meist dominieren im Diskurs Fragen der Technik, eventuell noch der Sicherheit. Welche sozialen Praxen mit der Nutzung all dieser nicht mehr ganz so neuen Medien...

"Totgesagte leben länger" lautet ein Sprichwort. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für von Menschen erschaffene Dinge. Das Internet ist so ein Beispiel. Eigentlich hat es seinen Höhepunkt schon überschritten.

Die unkontrollierbare Vielstimmigkeit der Webseiten und Blogs ermöglicht breite politische Kommunikation. Digitale Beteiligung scheint sich auch positiv auf die Beteiligung an politischen Prozessen auszuwirken.

Statistisch gesehen gibt es in Österreich mehr Handys als EinwohnerInnen. Dabei geht es längst nicht mehr nur ums telefonieren. Zahlreiche Zusatzfunktionen machen die Geräte zu mobilen Multimedia-Computern. Über soziale Gefahren und Sicherheitsprobleme wird dabei wenig nachgedacht.

web 2.0 / Ende September 2005 prägte der irische Altphilologe Tim O’Reilly, der 1993 gemeinsam mit Dale Dougherty die erste kommerzielle Website ins Internet gestellt hatte, in einem Artikel den Begriff Web 2.0.

MUSIK OHNE DOWNLOADS / SAMMELSURIUM / SEMANTISCHES WEB