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Im Jahr 1993 erschien ein Buch, das zuvor bereits im englischsprachigen Raum als „The Development Dictionary. A Guide to Knowledge as Power“ Aufsehen erregt hatte. Der im Wuppertal Institut tätige Soziologe Wolfgang Sachs nahm gängige Begriffe und bat großteils nicht-europäische AutorInnen, über diese aus der Perspektive des Südens nachzudenken.

Das hatte die Dekonstruktion ausnahmslos all dieser Begriffe zur Folge, darunter Schlagwörter wie Entwicklung, Armut oder Fortschritt. Unter den AutorInnen befanden sich u.a. Ivan Illich und Vandana Shiva.

Rasch avancierte das Buch mit dem provokanten deutschen Titel „Wie im Westen, so auf Erden. Ein polemisches Handbuch zur Entwicklungspolitik“ zum Klassiker: Wer würde heute noch bezweifeln, dass „Hilfe“ in der Entwicklungszusammenarbeit auch zur Katastrophe werden kann? Oder dass „Armut“ nur im Westen fast ausschließlich finanziell konotiert ist? Fast scheint es nostalgisch, dass man Anfang der 1990er-Jahre noch meinte, von der „einen Welt“ sprechen zu können, ehe AutorInnen wie Wolfgang Sachs aufzeigten, dass es eine solche nicht nur nie gegeben hat, sondern besser nicht geben soll, wenn dann alle(s) so sein müsste/n wie im Westen.

Das Ringen um die Begriffe bleibt aktuellund notwendig. So macht es Sinn, dieses Buch nach 14 Jahren nochmals zur Hand zu nehmen; auch wenn es in Buchhandlungen nur noch Restbestände gibt.

Sachs, Wolfgang(Hrsg.): Wie im Westen, so auf Erden.
Ein polemisches Handbuch zur Entwicklungspolitik.
Reinbek bei Hamburg: rororo, 1993