CHILDREN OF THE PROPHET
FILM. Die Schlacht von Kerbala, bei der Imam Hussain getötet wurde, ist das zentrale Ereignis im kulturellen Gedächtnis schiitischer MuslimInnen. Das Fest Ashura im Monat Moharram, bei dem dieser Niederlage gedacht wird, – vielmehr der Vorbereitungen dazu – steht im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Children of the Prophet“ der Austroiranerin Sudabeh Mortezai. Die farbenprächtigen Prozessionen bei denen sich im Gedenken an das Martyrium des Religionsgründers gläubige Männer selbst geißeln und laut wehklagend durch die Straßen ziehen, sind nur ein Teil der Rituale und Festlichkeiten dieser Feiertage.
Im Mittelpunkt des Films, der auch bei der Diagonale 07 lief, stehen mehrere sehr unterschiedliche ProtagonistInnen der Megacity Teheran, vom traditionellen Trauerverein bis zur modernen Geschäftsfrau und zu nonkonformistischen Jugendlichen. Sichtbar gemacht wird eine Gesellschaft, die wesentlich differenzierter und widersprüchlicher ist, als die immergleichen medialen Konstruktionen des Irans erahnen lassen.
Mortezai: „Ich wollte den Culture-Clash Szenarien einen persönlichen, von individuellen Blickwinkeln getragenen Film entgegensetzen."
CHILDREN OF THE PROPHET.
Dokumentarfilm von Sudabeh Mortezai, A, 2006, 86 Minuten, Farbe,
Kinostart: 25. Mai im Wiener Top-Kino.
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