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Die Finanzkrise ist allgegenwärtig, täglich lesen oder hören wir davon. Trotzdem bleibt das Gefühl zurück, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Zu strüppig das Derivat-Unterholz, zu undurchdringbar der Kredit-Dschungel, zu verästelt das Subprime Gestrüpp.

Jörg Huffschmid gibt mit seinem Buch „Politische Ökonomie der Finanzmärkte“ all jenen ein gut verständliches, historisch informiertes und penibel recherchiertes Kompendium in die Hand, die an der Funktionsweise der Finanzmärkte interessiert sind. Er veranschaulicht dabei nicht nur die historische Entwicklung der Finanzmärkte (und die durch sie hervorgerufenen Krisen), illustriert nicht nur Strategien der Finanzkonzerne, sondern skizziert auch umfassende und konkrete Reformvorschläge für den Finanzsektor.

Und stellenweise liest sich das Buch wie eine Blaupause der aktuellen Krise: Wenn Huffschmid davon schreibt, dass Banken KundInnen mit günstigen Finanzierungskonditionen zur Aufnahme neuer Kredite animieren, wodurch die Grundstückpreise steigen, was wiederum einer verschärften Spekulation mit Immobilien Vorschub leistet, dann verwundert lediglich die Tatsache, dass das Buch erstmals 1999 veröffentlicht wurde. (rd)

 

Jörg Huffschmid: Politische Ökonomie der Finanzmärkte. VSA-Verlag: Hamburg. 2002 (akt. und erw. Neuauflage). 288 S, € 16,50