GRÜNE NACHBARN
Während die Europaparlamentswahl 2009 in der tschechischen Republik mit einem (wegen innerparteilicher Spannungen vorauszusehenden) Debakel für die Grünen endete, gibt es in zwei anderen Nachbarländern erfreuliche Entwicklungen: In der Slowakei wurde die schon seit Anfang 1990 bestehende Grüne Partei (Strana Zelenych) erneuert und verjüngt und hat sich gegenüber NGOs und Unabhängigen geöffnet. Auf der Liste für die EP-Wahl fanden sich Umweltbewegte ebenso wie Feministinnen, VertreterInnen der Schwulen- und Lesbenbewegung und Intellektuelle. Das Ergebnis von 2,1% ist angesichts der bisherigen Schwäche der Grünen, die erstmals nach langer Zeit wieder eigenständig kandidiert hatten, ermutigend.
In Ungarn gab es bei der EP-Wahl die erste landesweite Kandidatur einer grünen Partei. Sie wurde erst im Februar 2009 gegründet und nennt sich LMP („Lehét más a politika“, „Eine andere Politik ist möglich“). Neben Universitätsangehörigen sind viele AktivistInnen aus der Zivilgesellschaft, vor allem von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen dabei. Mit 2,6% (und fast 5% in Budapest) gelang zwar nicht der Einzug ins EP, aber ein Achtungserfolg und ein besseres Ergebnis als das des linksliberalen SZDSZ, dessen „politisches Erbe“ als dritte Kraft LMP vielleicht antreten könnte.
