PFLEGE.

- Foto: Martin Bruch
Bis vor wenigen Jahren war Altenpflege ein Tabuthema. Das hat sich spätestens mit Diskussionen um neue Standards in der stationären Pflege und um die Regularisierung illegaler Arbeitsverhältnisse in der häuslichen Pflege geändert. Die Frage wie wir unsere letzten Lebensjahre verbringen wollen, wie autonom wir dabei sein wollen und ob wir überhaupt eine Wahl haben, bleibt eine höchst emotionale. Die Gewissheit um die Endlichkeit menschlichen Daseins spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Angst vor dem langsamen Erlöschen der mühsam aufgebauten Identität. Kinder- und Gattenliebe beeinflussen die Entscheidung ob Pflege im Heim oder daheim genauso wie wirtschaftliche oder organisatorische Möglichkeiten. Die Politik reagiert auf diese Herausforderungen einer alternden Gesellschaft behäbig. Trotz mancher Fortschritte sind bundesweit einheitliche Lösungen, vor allem für die Bedürfnisse jener die in den eigenen vier Wänden gepflegt werden und ihrer Angehörigen, nicht in Sicht.

„Vor einem Jahr, da hatte unsere Mutter einen Schlaganfall am Wochenende. Danach war klar, dass es nicht mehr so wie früher weiter gehen wird. Sie verbrachte sechs Wochen im Spital. Sie brauchte eine Gehhilfe und ihr rechter Arm war quasi gelähmt. Die ersten Nächte nach dem Krankenhaus habe ich im...

Persönliche Betroffenheit, die Endlichkeit unseres Daseins und der Druck demographischer Entwicklungen brachten ein Tabuthema in die Schlagzeilen: Pflege im Alter. Jedermann und jedefrau haben dazu ihre persönliche Geschichte.

Über Pflege, ihren angeblichen Notstand und ihre Zukunft wird diskutiert, nicht mehr nur in Wahlkampfzeiten. Die über 100.000 im Pflegebereich Tätigen sind in diesem Konzert jedoch nur leise zu hören. Warum? planet fragte nach.

