TRANSFERKONTO

Es war in allen Zeitungen zu lesen: Eine vierköpfige Familie mit einem Arbeitseinkommen von € 950,– hat dank Transferleistungen nur um € 440,– weniger im Monat, als eine Familie mit einem Arbeitseinkommen von €3.800,–. Das behaupten zwei WissenschafterInnen aus Graz. Grund genug für Finanzminister Pröll, ein Transferkonto zu fordern, in dem alle Sozialtransfers aufgelistet werden. Man müsse das Budget nämlich ausgabenseitig durchforsten, assistiert ÖVP-Klubobmann Kopf. Es wäre klug, da und dort zu kürzen.

Aber stimmt der Befund überhaupt? Die Grünen haben nachgerechnet und wissen: Die angebliche Studie beruft sich auf falsche Beträge, konstruierte, unrealistische Annahmen und erfundene Transfers, die es entweder gar nicht gibt oder nie das Geldbörsel der Betroffenen erreichen.

Das Äquivalenzeinkommen der reichen Familie liegt um über 50 Prozent höher als jenes der armen. Trotzdem hält die ÖVP an ihrem Kampf gegen Sozialleistungen fest.

(Lukas Wurz)

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