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„Do, do, do. Die Bewegung findet ihre Einheit in den Methoden. Durch kollektives Handeln werden wir zur Gemeinschaft.“ Passend zu den Protesten an den Unis und zum Vierzig-Jahre-Woodstock-Jubiläum, die Geschichte des militant politischen Teils der Hippie-Bewegung, der Yippies. 1970 geschrieben von einem ihrer Führer Jerry Rubin. Yippie stand für Youth International Party – „der Name einer Nicht-Organisation, einer nicht politischen Partei. Und der Schlachtruf: YIPPIE!“ Frech, radikal utopisch, hedonistisch waren sie die Yippies – aber auch ordentliche Machos, wie Rubin selbst später erkannt hat. „Do it!“ ist eine Hymne an die direkte Aktion, an die Befreiung durch kollektives Handeln. Das Buch liest sich wie ein Comic-Strip, ist voll von Fotos, Zeichnungen und Collagen.

Die Revolution muss Spaß machen, politische Aktionen waren Happenings mit jeder Menge Musik und Drogen. Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, Blockaden von Militärtransporten, oder die Nominierung eines Schweins zum Präsidentschaftskandidaten – „Warum ein halbes Schwein nehmen, wenn wir das ganze haben können?“ – bestimmten für einige Jahre das Leben Rubins und seiner MitstreiterInnen.

Die Yippis spielten genial auf der Klaviatur der Aufmerksamkeiten – „Jeder Revolutionär braucht einen Farbfernseher“. Die Proteste an den Universitäten, die Straßenschlachten mit den „pigs“ (Bullen) füllten 1969 die Fernsehkanäle – „Haben Sie je eine langweilige Demonstration im Fernsehen erlebt? Das Fernsehen schafft Mythen, größer als die Realität.“ Und so strömten Tausende unzufriedene Mittelstandkids aus allen Teilen der USA dorthin wo sie auch Teil dieses Mythos werden konnten. Ziel der Yippie-Revolte war eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft ausgehend vom Individuum – „Ziel der Revolution ist es, Programme abzuschaffen und Zuschauer in Akteure zu verwandeln.“ In diesem Sinne: DO IT! (hl)

Jerry Rubin: Do it! Scenarios für die Revolution. rororo 1971