VOR ORT // FRÜHLING BEI WEINBAUER´S

Foto: Marion Kremla

Wer durchs Weinviertel fährt, mag sich wundern, wo eigentlich der Wein wächst. Da reihen sich Äcker an Baumärkte und zwischen gelben Rapsfeldern hocken Straßendörfer mit seltsamen Namen. Doch von verheißungsvollen Rebenhügeln ist nichts zu sehen. AuskennerInnen wie wir aber wissen: Ein bissl querfeldein durch die Landschaft, dann kommt er schon, der Wein, und mit ihm, jedes Jahr zu dieser Zeit, ein Kellergassenfest nach dem anderen. Jenes von Velm-Götzendorf steigt immer am Pfingstsonntag.

Und wir stapfen jedes Jahr an diesem Tag den Weg zur Kellergasse hinauf, manchmal ist er trocken, manchmal matschig. Oben angelangt nehmen wir für mittlerweile 8 Euro das Kostglas in Empfang und scannen den Lageplan nach den Kategorien „eh noch da“ und „oje, nicht mehr dabei“. Die Betriebe werden, und das lässt sich tendenziell für das ganze Weinviertel verallgemeinern, weniger. Es fehlen weinbauwillige Erben, so wie beim Weinbauer Schrammel, der bis vor zwei Jahren das Kellergassenfest durch exzessives Trompetenspiel bereicherte. Weinbauer Schrammel setzte die Trompete an und trötete, hochrot, über Liptauerbrote und Flaschen hinweg.

Jetzt nicht mehr, der Keller bleibt zu. Weinbauer Schrammel ist letztes Jahr gestorben.
Andere beginnen Neues. Die Familie Zillinger ist nicht mehr die einzige, die biologisch produzierten Wein anbietet, zwei weitere Betriebe sind hinzugekommen. Die internationalen Preise heimsen allerdings weiterhin nur die Zillingers ein. Und so drängeln sich vor diesem Stand die Massen und der Flaschenverkauf läuft auf Hochtouren. Da kann der Ausschank der Pfarre Velm-Götzendorf gleich gegenüber nicht mithalten, trotz Wer durchs Weinviertel fährt, mag sich wundern, wo eigentlich der Wein wächst.

Da reihen sich Äcker an Baumärkte und zwischen gelben Rapsfeldern hocken Straßendörfer mit seltsamen Namen. Doch von verheißungsvollen Rebenhügeln ist nichts zu sehen. AuskennerInnen wie wir aber wissen: Ein bissl querfeldein durch die Landschaft, dann kommt er schon, der Wein, und mit ihm, jedes Jahr zu dieser Zeit, ein Kellergassenfest nach dem anderen. Jenes von Velm-Götzendorf steigt immer am Pfingstsonntag.
Und wir stapfen jedes Jahr an diesem Tag den Weg zur Kellergasse hinauf, manchmal ist er trocken, manchmal matschig. Oben angelangt nehmen wir für mittlerweile 8 Euro das Kostglas in Empfang und scannen den Lageplan nach den Kategorien „eh noch da“ und „oje, nicht mehr dabei“. Die Betriebe werden, und das lässt sich tendenziell für besseren Programms: Messweinverkostung mit Pater Karl. Da wollen wir live dabei sein. Welcher es denn sein darf, fragt mich der Mann am Ausschank.

Zehn offene Flaschen Meßwein, dazu ein Pater, der nicht wie ein Pater aussieht, ich bin heillos überfordert. „Den, der was von da ist“, stammle ich und bekomme statt des üblichen 1/16 ein gutes Achterl eingegossen. „Jo, des is der von uns“, erfahre ich und ermutigt vom ersten Schluck frage ich nach, ob mir jetzt wirklich der Pater Karl gegenübersteht.

„Na!“ lacht der Mann, der also zu Recht keinen priesterlichen Stehkragen blitzen lässt. Der Chef ist schon nach Hause gegangen. Wir lernen: Nächstes Jahr früher kommen. (mk)