ÖKOTIPP // KAMPF DEM SCHLEIMMONSTERN
Das heurige Frühjahr bot reichlich Gelegenheit für Gespräche über die Unbill der Witterung. Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt vermiesten den Aufenthalt im Garten und rekordverdächtige Regenmengen sorgten nicht nur dafür, dass Saatgut im Boden verfaulte, sondern auch, dass Heerscharen schleimiger Monster den im Topf gezogenen Pflänzchen – sobald diese ins Freie verpflanzt waren – den Garaus machen. Schnecken, das Hassobjekt jeder Hobbygärtnerin und jedes Hobbygärtners. Nun haben wir an dieser Stelle schon einmal zum Einsatz von Laufenten geraten, für Zartbesaitete denen mechanische Methoden (Sammeln und Überbrühen mit kochendem Wasser oder Zerschneiden mit der Gartenschere) zu brachial scheinen.
Es bedarf zur Haltung der gefiederten Schädlingsvernichter aber eines Minimums an Infrastruktur, Aufsicht und Pflege. Für den zaunlosen Wochenendgarten kommen die Tierchen also nicht in Frage (auch die mechanischen Methoden können hier nicht angewandt werden, erfordern diese doch täglichen Einsatz). Nach der Vernichtung mehrerer, das Hügelbeet stolz krönenden Zucchini- und Kürbispflanzen (die Exotinnen aus dem Hause „Arche Noah“ waren schon nach zwei Tagen verschwunden), reifte der Entschluss zur chemischen Keule zu greifen. Schon wurden die Restbestände (vom Vormieter) hochgiftigen Schneckenkorns in Anschlag gebracht, als das Gespräch beim benachbarten Demeter-Bauern auf die Schneckenplage kam und dieser ein auf Eisen-III-Phosphat basierendes für Mensch und Haustiere ungiftiges aber für Schnecken tödliches Mittel empfahl. Schon am nächsten Tag kam das bläuliche Korn reichlich zum Einsatz. Mit Erfolg. Inzwischen gedeihen die Kürbispflänzchen und haben bereits Blüten angesetzt, die Schnecken haben sich – wie im Beipacktext versprochen – zum Sterben dezent in ihre Löcher verkrochen und auch die Sonne geruht wieder zu scheinen. (hl)
