VERSANDET // DIE MARKE "KHG"

Reist man auf der Website www.archive.org zurück in die Vergangenheit und gibt dort „www.karlheinzgrasser.at“ ein, sind die letzten Online-Reste des Hypes rund um Österreichs ehemaligen „Vorzeigefinanzminister“ Karl-Heinz Grasser noch sichtbar.

All die Affären, die sich seit Grassers Aufstieg zum Finanzminister im Jahr 2000 und den anschließenden Einzug in die High Society der Alpenrepublik rund um den ehemaligen Haider-Schützling rankten, konnten ihm jahrelang nichts anhaben. Geradezu teflonartig perlten alle Vorwürfe zu Homepageaffäre, BUWOG-Affäre oder gemeinsamen Yachtausflügen mit in die BAWAG-Affäre involvierten Personen an dem heimischen „Medienliebling“ ab. Langsam aber sicher beginnt das Image des ehemaligen Traums aller heimischen Schwiegermütter nun doch noch zu bröckeln. Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft und immer neue Enthüllungen rund um den „Patenonkel, der für Spiel und Spaß in der Freizeitgestaltung sorgt“ (Zitat auf der ehemaligen KHG-Website), führen offensichtlich nicht nur bei ehemaligen Günstlingen sondern auch bei früher traditionell Grasser-freundlichen Boulevardmedien dazu, dass man einen Blick hinter die Fassade der Marke „KHG“ wagt. Spät, aber immerhin. (ps)